Betrugsvorwürfen gegen Wirecard werfen schlechtes Licht auf Elfriede Sixt

Gerade als man dachte, der Sturm hätte sich gelegt, bekam Wirecard einen erneuten Rückschlag – dieses Mal von dem Investorenschutzverband “European Funds Recovery Initiative” (EFRI). Die EFRI, die nach eigenen Angaben die 780 Opfer von Betrug im Zusammenhang mit Online-Handels-Plattformen vertritt, denen ein Gesamtschaden von 28 Millionen Euro entstanden sein soll, erhebt schwere Vorwürfe gegen Wirecard wegen ” der Zahlungsabwicklung im Zusammenhang mit angeblich betrügerischen Online-Handelsseiten sowie illegalen Online-Glücksspielseiten in beträchtlichem Umfang”. Doch das Blatt hat sich gewendet:: EFRI-Chefin Elfriede Sixt und ihr Geschäftspartner Werner Böhm stehen unter Beobachtung, nachdem Recherchen ergeben haben, dass sie in der Vergangenheit in kriminellen Aktivitäten verwickelt waren.

Im Jahr 2017 entschied ein kanadisches Gericht, dass Böhm als Vorstandsmitglied von BitRush auf illegale Weise US$ 561.373 an ein privates Unternehmen überwiesen hat. Business Insider berichtet: “Böhm ließ das Geld über mehrere Monate fließen und überwies es an ein kleineres Unternehmen, das ihm selbst gehörte. Wiederholte Aufforderungen, das Geld zurück an BitRush zu überweisen, wurden deshalb ignoriert.” Elfriede Sixt soll laut Gerichtsurteil über den gesamten Vorgang umfassend informiert gewesen sein. Doch auf Anfrage bei EFRI leugnete Sixt, dass Böhm berechtigt war, für das Unternehmen BitRush zu unterschreiben. “Er könnte kein Geld verschwinden lassen”, sagte Sixt. “Wenn Sie das Urteil genau lesen, werden Sie sehen, dass Böhm die kanadische Zuständigkeit nicht anerkannt und sich daher nicht verteidigt hat. Der Richter hat völlig im Sinne der Vorwürfe der Kläger geurteilt”, so die EFRI-Chefin weiter.Obwohl Sixt über die Affäre genau Bescheid weiß, gelingt es ihr nicht, Informationen zu liefern, die die Unschuld ihres Geschäftspartners beweisen – was noch mehr Fragen aufwirft.

Sixt verteidigte Böhm auch im weiteren Verlauf des Interviews. Auf die Frage nach dem Verfahren wegen Bilanzfälschung, das zu einer Geldstrafe von € 7.000 führte, sagte sie: “Böhm wurde nicht wegen Bilanzfälschung verurteilt. Die damals vom Landesgericht für Strafsachen Wien ausgesprochene Diversion hat einen ganz anderen Hintergrund, stellt aber keinen Schuldspruch dar.” Nach dieser Aussage, hat sie das Thema umgehend bewusst beendet..

Die Ironie setzte sich fort, als EFRI der Wirecard auch vorwarf, mit dem illegalen Online-Glücksspielanbieter Option888 zusammengearbeitet zu haben, einer Tochtergesellschaft eines Unternehmens, mit dem Böhm bereits Geschäfte machen wollte, als er noch Chef der BitRush war. Böhm wird in einer Presseerklärung zitiert: “Die Partnerschaft mit Sheltyco ist der wohl wichtigste Schritt für BitRush, um signifikante Marktanteile im Bereich Payment zu gewinnen.” Sheltyco bestätigte dies mit der Mitteilung, sich auf die die Zusammenarbeit mit Bitrush zu freuen. Unabhängig davon widerspricht Sixt und gibt an, dass Böhm nie mit der Sheltyco, der Muttergesellschaft von Option888, ins Geschäft kommen wollte. Ganz im Gegenteil: „Gerade weil er solche Geschäfte nicht machen wollte, habe er sogar seinen Posten als Vorstand bei Bitrush verloren“, so Sixt. Obwohl sie wiederholt die Möglichkeit hatte, hat Sixt bis heute keine substantiierten Beweise dafür vorgelegt. Diese Widersprüche und Auffälligkeiten haben die Aufmerksamkeit von den ursprünglichen Verdächtigen im Wirecard-Skandal auf die EFRI-Chefs gelenkt. Beobachter des Streits zwischen EFRI und Wirecard zeigten sich verwundert über das offensive Vorgehen von Sixt und Böhm gegen Wirecard. In der Branche heißt es, dass Sixt und Böhm möglicherweise auf die eine oder andere Weise in das Optionengeschäft verwickelt sein könnten – also darauf gewettet haben, dass der Wirecard-Aktienkurs fallen wird und damit Geld verdient haben. Nach dem Tod des ehemaligen Eigentümers von Option888 und den oben erwähnten Vorfällen, scheint es als hätte sich Sixt ihren Ruf als Krähe, die die Reste der Toten frisst, tatsächlich verdient hat.

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